Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Taktfahrplan
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Ein Taktfahrplan, seltener auch Taktsystem oder Taktbetrieb, ist ein Fahrplan, bei dem Linien des öffentlichen Personenverkehrs in regelmĂ€ĂŸigen, sich periodisch wiederholenden AbstĂ€nden betrieben werden. Die Zahl der Abfahrten in einem bestimmten Zeitraum ist die Taktfrequenz beziehungsweise der Fahrplanrhythmus, das Zeitintervall zwischen zwei Abfahrten ist die Taktzeit oder das Taktintervall. Beides wird auch als Taktung, Taktfolge oder Fahrplantakt bezeichnet. Wird die Taktzeit verringert, erhöht sich die Taktfrequenz. Stellt man eine Verkehrslinie nachtrĂ€glich auf einen Taktfahrplan um, spricht man auch von einer Vertaktung.

Eine Sonderform des Taktfahrplans ist der Intervallfahrplan, bei dem nur ein Abfahrtsintervall, aber keine konkreten Abfahrtszeiten genannt werden.

Contents

‱ Geschichte
‱ Schweiz
‱ Deutschland
‱ Niederlande
‱ Finnland
‱ Ziele
‱ Definition
‱ Bedingungen
‱ Umsetzungen
‱ Kritik
‱ Literatur
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Allgemeines

Im dichten Stadtverkehr sind vor allem Taktfrequenzen ĂŒblich, bei denen sich die Abfahrtsminute alle 60 Minuten wiederholt (Zahlen, deren Vielfaches 60 ist) und die somit regelmĂ€ĂŸig wiederkehrende AnschlĂŒsse zwischen Linien mit unterschiedlichem Takt ermöglichen. Typische AbstĂ€nde im Nahverkehr sind daher eineinhalb, zwei, zweieinhalb, drei, vier, fĂŒnf, sechs, siebeneinhalb, zehn, zwölf, fĂŒnfzehn, zwanzig oder dreißig Minuten. Im Schienenpersonenfernverkehr hingegen sind, neben dem klassischen Stundentakt, auch Zwei- und Vier-Stunden-Takte anzutreffen. Bei NachtzĂŒgen, die in der Regel nur einmal tĂ€glich oder noch seltener fahren, wird hingegen nicht von einem Taktverkehr gesprochen.

In der Praxis wird der hĂ€ufig anzutreffende Siebeneinhalb-Minuten-Takt (auch 7,5-Minuten-Takt oder 7 1⁄2-Minuten-Takt geschrieben; vergleiche auch Achtelstunde) jedoch meist als Sieben-Acht-Minuten-Takt gefahren, um halbe Abfahrtsminuten zu vermeiden. Anders ist es im Schweizer Nahverkehr; dort wird ein exakter Siebeneinhalb-Minuten-Takt gefahren. Allerdings werden hierbei im offiziellen Fahrplan, das heißt bei den Zeiten, die gegenĂŒber den FahrgĂ€sten kommuniziert werden, die halben auf ganze Abfahrtsminuten abgerundet.

SonderfĂ€lle sind beispielsweise der in manchen Nachtverkehren ĂŒbliche 71-Minuten-Takt, der an einer zentralen Abfahrtsstelle leicht merkbare Abfahrtszeiten um 0:00 Uhr, 1:11 Uhr, 2:22 Uhr, 3:33 Uhr, 4:44 Uhr und 5:55 Uhr ermöglicht, der 28-Minuten-Takt der Tranvia di Opicina, der 24-Minuten-Takt bei der Gornergratbahn sowie bei der Buslinie 7/8 in Bremerhavencite-ref-1[1] oder der frĂŒhere 50-Minuten-Takt bei der Stubaitalbahn. Ein 3-3-4-Minuten-Takt, der zum Beispiel bei der U-Bahn NĂŒrnberg zur Anwendung kommt, oder ein 7-7-6-Minuten-Takt der Linie 29 der Straßenbahn MĂŒnchen in den 1970er-Jahrencite-ref-2[2] hat ein sich alle 10 bzw. alle 20 Minuten wiederholendes Schema.

Das Gegenteil eines sauberen Taktfahrplans ist der sogenannte alternierende Takt, Hinketakt, Holpertakt, Humpeltakt, Stolpertakt, Stottertakt oder krummer Takt. Ein Beispiel hierfĂŒr ist der 20/40-Minuten-Rhythmus der S-Bahn NĂŒrnberg in den Nebenverkehrszeiten.

TaktfahrplÀne wurden vor allem im Stadtverkehr und bei Bergbahnen schon lange angewandt, da sich dabei optimale Umlaufzeiten ergeben. Die FahrplÀne entstehen durch das Zusammenfassen der Fahrten auf einer gemeinsamen Wegstrecke zu Linien, auf denen dann der sich leicht merkbare Taktfahrplan gilt. Das gilt auch vice versa.

Im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird oft ein unterschiedlicher Takt in verschiedenen Verkehrszeiten (Volllast-, Normallast-, Schwachlast- und SpĂ€tverkehrszeit) angeboten. Dieser beruht vielmals auf einem Grundtakt und kann durch zusĂ€tzliche Fahrten (Zwischen- oder VerstĂ€rkertakt) verdichtet werden. WĂ€hrend die Schwachlastzeit in den Randstunden die Minimalversorgung sicherstellt, kommt die Normallast tagsĂŒber zur Anwendung, in den Hauptverkehrszeiten werden die Fahrten zur Volllast verdichtet. Ein gleichbleibender Takt wirkt sich in den Hauptverkehrszeiten nachteilig aus, wenn die FahrzeugkapazitĂ€t begrenzt ist. Dem kann durch zwischengetaktete EinsatzumlĂ€ufe abgeholfen werden oder durch eine Erhöhung der PlatzkapazitĂ€t der Fahrzeuge (Einsatz von DoppelzĂŒgen, FlĂŒgelung, BusanhĂ€nger, Gelenkbusse etc.).

Die Umlaufzeit eines Taktfahrplans, die sich aus der Reisezeit (Fahrzeit plus Haltezeiten) sowie der Zeit fĂŒr den Fahrtrichtungswechsel zusammensetzt, muss einem ganzzahligen Vielfachen der Taktzeit entsprechen. Dieses Vielfache gibt gleichzeitig die Zahl der mindestens benötigten Fahrzeuge fĂŒr diese Taktzeit an.

Geschichte

FrĂŒhe TaktfahrplĂ€ne

Bereits das erste öffentliche Nahverkehrsmittel der Welt, das Pferdeomnibus-System Carrosses Ă  cinq sols in Paris, sollte von der Konzession her in einem heute so bezeichneten Taktfahrplan verkehren. Das System existierte zwar laut der Historie von 1662 bis 1682 und sollte gemĂ€ĂŸ Konzession aus fĂŒnf Linien bestehen, die in den Hauptverkehrszeiten jeweils alle siebeneinhalb Minuten fahren sollten: Die sogenannte Achtelstunde war seinerzeit eine gĂ€ngige Zeitangabe. Dass das System in diesem beschriebenen Fahrplan ĂŒberhaupt, und wenn, dann nur wenige Jahre existierte, lag an dem mangelnden Verkehrsbedarf, einem fĂŒr die damaligen VerhĂ€ltnisse völlig ĂŒberzogenen Angebot, dessen Nutzung durch die Pariser Stadtvertreter noch vor seiner EinfĂŒhrung erheblich eingeschrĂ€nkt worden war und schließlich wirtschaftlich nach einer Eröffnungseuphorie bereits wenige Monate nach dessen EinfĂŒhrung so nicht zu betreiben war. Das System selbst entwickelte der Mathematiker Blaise Pascal auf der Basis rein mathematischer Überlegungen, die in der Praxis letztlich am nicht vorhandenen VerkehrsbedĂŒrfnis, was Pascal auch nicht berĂŒcksichtigte, scheiterten.

In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts fand das Prinzip eines getakteten Fahrplanes – damals mit unterschiedlichen Begriffen bezeichnet, am bekanntesten wurde der des starren Fahrplanes – zunĂ€chst bei stĂ€dtischen Pferdebahnen und spĂ€ter auch bei elektrischen Straßenbahnen breite Verwendung. Nur so ließen sich auf den damals noch meist eingleisigen Strecken die in gleichmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden vorhandenen Ausweichen optimal ausnutzen. Rhythmische beziehungsweise wechselstarre FahrplĂ€ne sind ebenfalls Bezeichnungen, die das im Verlauf des Tages wechselnde Verkehrsaufkommen und die Anpassungen im Fahrplan begrifflich fassen sollten.

Auch Eisenbahnen im Großstadtbereich, zum Beispiel die 1863 eröffnete Metropolitan Railway und die 1882 eröffnete Berliner Stadt- und Ringbahncite-ref-3[3] fuhren bereits mit festen TaktabstĂ€nden. Ebenso die Albtalbahn, welche schon 1898 zwischen Karlsruhe und Ettlingen im 30-Minuten-Takt und zwischen Karlsruhe und RĂŒppurr sogar im Zehn-Minuten-Takt fuhr,cite-ref-4[4] oder die Rheinuferbahn, die ab 1906 mit Schnell- und PersonenzĂŒgen jeweils im Stundentakt Köln und Bonn miteinander verband. Gleiches galt fĂŒr bestimmte Strecken mit starkem Ausflugsverkehr. So verkehrte bereits vor dem Ersten Weltkrieg die Isartalbahn ab 1900 alle 15 Minuten und die Königsseebahn ab 1909 alle 20 Minuten. In der Zwischenkriegszeit folgten der Ruhrschnellverkehr (RSV) ab 1932 und der Stuttgarter Vorortverkehr ab 1933 diesem Konzept.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6] Ab 1936 galt zudem sonntags ein 20-Minuten-Takt zwischen Rostock und dem Seebad WarnemĂŒnde.cite-ref-7[7] Ebenso fuhr die Schleizer Kleinbahn auf ihrer Teilstrecke zur Sperrmauer GrĂ€fenwarth schon in den 1930er Jahren alle 20 Minuten.

Bereits 1940 erarbeitete John Frederick Pownall einen Integralen Taktfahrplan fĂŒr SĂŒdengland: Dabei unterteilte er das Nebenstreckennetz in 80 Kilometer lange Abschnitte mit Kantenzeiten der SchnellzĂŒge von je 50 Minuten (ohne Zwischenhalt) und der RegionalzĂŒge von je eine Stunde 45 Minuten; die von London ausgehenden Hauptstrecken ließ der Vorschlag bewusst unberĂŒcksichtigt. Pownall sah auch die Errichtung kurzer Neubaustrecken vor, wenn dies zur Erreichung dieser generell festgelegten Kantenzeiten zwischen zwei Taktknoten erforderlich war. In den Knotenbahnhöfen sollten die Bahnsteige so angeordnet werden, dass die SchnellzĂŒge hintereinander auf beiden Seiten eines breiten Mittelbahnsteigs zehn Minuten halten und die RegionalzĂŒge an Zungenbahnsteigen inmitten der SchnellzĂŒge enden bzw. beginnen.cite-ref-itf-bav-2009-8-0[8]cite-ref-itf-pownall-1940-9-0[9]

Schweiz

Nachdem bereits am 26. Mai 1963 (formal genehmigt erst zum 31. Mai 1964) die privaten Vereinigten Bern–Worb-Bahnen (VBW) auf der Bahnstrecke Worb Dorf–Worblaufen den schweizweit ersten ganztĂ€gigen Taktfahrplan auf einer Eisenbahnstrecke einfĂŒhrten, folgte 1968 auch die Staatsbahn SBB mit einem erfolgreichen starren Halbstundentakt auf der Rechtsufrigen ZĂŒrichseebahn.cite-ref-10[10] Zum 26. Mai 1974 wurde der Taktfahrplan der VBW auch auf die benachbarten Strecken Zollikofen–Bern und Solothurn–Worblaufen ausgedehnt. Unter der Bezeichnung Plan 74 entstand damals der erste integrale Taktfahrplan in der Schweiz.cite-ref-11[11]

In der Schweiz wurde im Mai 1982 ein flĂ€chendeckender integraler Taktfahrplan nach der Idee der Projektgruppe „Spinnerclub“ um Samuel StĂ€hli eingefĂŒhrt, der – bis auf wenige Ausflugsbahnen und Nebenlinien – auf allen Bahnlinien und auch Postautolinien (Überlandbuslinien) zur Anwendung kam. Der Grundtakt war ein Zug je Stunde. „Wir fahren mit Takt – Ihre SBB“ lautete einstmals der Werbeslogan der SBB. Zum großen Fahrplanwechsel erschien ein TontrĂ€ger mit Liedern und Instrumentalmelodien zum Taktfahrplan. Darauf waren u. a. Nöggi, Edi BĂ€r und Beny Rehmann zu hören. Dieses System wurde alle zwei Jahre verbessert. Die Entwicklung endete vorerst mit dem 1985 vorgestellten und Ende 1987 beschlossenen Programm Bahn 2000 der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), das eine VerknĂŒpfung aller Zentren des schweizerischen Mittellandes im Schnellzugverkehr im Stundentakt vorsah.cite-ref-wgsv-2001-12-0[12]

Deutschland

1949 schlug August Roesener fĂŒr das Netz der Deutschen Bundesbahn einen starren Fahrplan, mithin einen Taktfahrplan fĂŒr den Fernverkehr, vor. Im Endzustand sollte ein Vier-Stunden-Abstand fĂŒr EilzuglĂ€ufe im Netz entstehen, die mit möglichst gĂŒnstigen Umsteigemöglichkeiten an zahlreichen Knoten miteinander verknĂŒpft werden sollten.cite-ref-roesener-1949-13-0[13] FĂŒr diese AbstĂ€nde verwendete Roesener den Begriff Takt, womit erstmals der Begriff Taktfahrplan fĂŒr den deutschsprachigen Raum nachweisbar ist.cite-ref-14[14]

Letztlich fĂŒhrte die Deutsche Bundesbahn neue TaktfahrplĂ€ne zunĂ€chst nur punktuell und nur im Umfeld von GroßstĂ€dten ein. So zum Beispiel einen Stundentakt auf der von Wuppertal ausgehenden Burgholzbahn ab dem Sommerfahrplan 1950,cite-ref-15[15] ebenso wie auf der Bahnstrecke DĂŒsseldorf-Derendorf–Dortmund SĂŒd zwischen Gevelsberg-Nord und Wuppertal-Vohwinkel. Zum Sommerfahrplan 1954 folgte schließlich ein Halbstundentakt mit NahschnellverkehrszĂŒgen auf den Strecken Frankfurt (Main)–Bad Homburg und Frankfurt (Main)–Kronberg (Taunus).cite-ref-16[16] Die private Bayerische Zugspitzbahn wiederum fuhr ab 1958 im Stundentakt.

Im Fernverkehr der Bundesrepublik Deutschland begann das Zeitalter des Taktfahrplans erst mit dem Intercity-Netz von 1971, in das auch fast alle international verkehrenden Trans-Europ-Express-ZĂŒge (TEE) integriert waren. ZunĂ€chst wurde hierbei nur alle zwei Stunden und mit reinen Erste-Klasse-ZĂŒgen gefahren, bevor das Angebot 1979 unter dem Slogan „Jede Stunde, jede Klasse“ und Werbebotschaften wie „nur die Straßenbahn fĂ€hrt öfter“cite-ref-17[17] zu einem Stundentakt mit beiden Wagenklassen verdichtet wurde. Ab 1987 war statt dem TEE entsprechend der damals neu eingefĂŒhrte EuroCity in den nationalen deutschen Taktfahrplan integriert. Auch der 1991 eingefĂŒhrte Intercity-Express (ICE) war von Beginn an Teil dieses Systems.

Im Nahverkehr wiederum wies die 1984 eingefĂŒhrte neue Zuggattung City-Bahn (CB), die zuerst nur auf der Verbindung Köln–Meinerzhagen verkehrte, den Taktfahrplan dann schon als prinzipielles Markenzeichen auf. Das diesbezĂŒgliche Werbemotto lautete „City-Bahn – Ohne Stau im Stundentakt“.cite-ref-18[18] 1987 folgte mit der modernisierten Chiemgaubahn und der im gleichen Jahr neu eingefĂŒhrten Zuggattung Regionalbahn (RB) erstmals nach vielen Jahrzehnten auch wieder eine Bahnstrecke abseits eines Ballungsgebiets. Weitere damals neu eingefĂŒhrte Zuggattungen mit dem QualitĂ€tsmerkmal Taktverkehr waren, ebenfalls ab 1987, die Regionalschnellbahn (RSB) und ab 1988 der Interregio (IR). Um 1990 verkehrten darĂŒber hinaus auch SchnellzĂŒge (D) teilweise schon im Taktfahrplan, hierbei handelte es sich um IR-VorlĂ€uferverkehre, fĂŒr die noch nicht ausreichend modernisierte Wagen zur VerfĂŒgung standen.

SpĂ€ter gingen die ersten Initiativen zur EinfĂŒhrung eines Integralen Taktfahrplans von den BundeslĂ€ndern Bayern, Baden-WĂŒrttemberg und Rheinland-Pfalz aus. Anfang der 1990er Jahre beauftragten das Bundesverkehrsministerium, das Deutsche Verkehrsforum und die Deutsche Bundesbahn gemeinsam Studien zur Realisierbarkeit eines ITF in SĂŒdwestdeutschland.cite-ref-wgsv-2001-12-1[12] Aufgrund der GrĂ¶ĂŸe des Regionalverkehrsnetzes der damaligen Bundesbahn und des damit verbundenen Planungsumfangs sollte das Konzept zunĂ€chst in einem Teilraum eingefĂŒhrt werden. BallungsrĂ€ume sollten dabei ausgeklammert werden, da dort der Nahverkehr zuvor bereits modernisiert und rationalisiert worden war. Der SĂŒdwesten wurde ausgewĂ€hlt, nachdem die betroffenen BundeslĂ€nder Bayern, Baden-WĂŒrttemberg und Rheinland-Pfalz die Planungen entscheidend unterstĂŒtzt und mitfinanziert hatten.cite-ref-bb-69-363-19-0[19]

Das Pilotprojekt wurde als Integraler Taktfahrplan SĂŒd-West bezeichnet. Es betrachtete nicht nur den Fahrplan, sondern bezog auch andere AttraktivitĂ€tsmerkmale wie Bedienungszeiten, Fahrzeuge und Bahnhöfe mit ein und gab Anregungen fĂŒr Reaktivierungen.cite-ref-20[20] Daneben wurde mit EinfĂŒhrung des ICE-Verkehrs von und nach Hamburg 1991 der regionale Schienenpersonenverkehr in Schleswig-Holstein um die Taktknoten Husum und LĂŒbeck herum neu geordnet.cite-ref-wgsv-2001-12-2[12] Das erste System in Deutschland, das als Integraler Taktfahrplan bezeichnet wurde, war der 1993 eingefĂŒhrte AllgĂ€u-Schwaben-Takt.cite-ref-db-1995-21-0[21] Die damit verbundene Angebotsmehrung noch vor der Bahnreform fĂŒhrte fĂŒr das Bundesland Bayern in der Folge zu einem höheren Anteil an den sogenannten Regionalisierungsmitteln, da der Stichtag fĂŒr deren Bemessung die Zahl der Zugkilometer vor der Bahnreform zum Jahreswechsel 1993/1994 war.

1993 gab das Land ThĂŒringen eine Studie zur landesweiten EinfĂŒhrung eines ITF in Auftrag. 1995 fĂŒhrte ThĂŒringen Vorstufen eines ITF ein, 1995 und 1997 folgten ITF-Vorstufen auf dem Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, 1996 Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sowie 1998 Nordrhein-Westfalen. Die meisten ĂŒbrigen BundeslĂ€nder folgten mit Vorstufen und konzeptionellen Planungen bis 2001.cite-ref-wgsv-2001-12-3[12] Auf regionaler Ebene werden in VerkehrsverbĂŒnden hĂ€ufig TaktfahrplĂ€ne mit einem Grundtakt von 20 oder 30 Minuten angeboten, der durch LinienĂŒberlagerung auf zehn oder fĂŒnf beziehungsweise fĂŒnfzehn oder siebeneinhalb Minuten verdichtet wird. In einigen Bereichen erfolgte auch eine Einbeziehung des regionalen Busverkehrs, so beispielsweise beim RegioTakt in Nordrhein-Westfalen und in Teilbereichen Niedersachsens.

Österreich

In Österreich fuhren bereits in der Zwischenkriegszeit die 1925 eröffnete kommunale Wiener Elektrische Stadtbahn sowie der 1927 eingerichtete Purkersdorfer Pendler der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) auf der Westbahn im Taktfahrplan.cite-ref-22[22] 1962 folgte die Wiener Schnellbahn, 1975 ein Zwei-Stunden-Takt im Fernverkehr zwischen Wien und Salzburg, 1976 die Relation Wien–Graz und 1978 die Relation Wien–Villach. Ab 1981 trennte die Staatsbahn schließlich die ZĂŒge Wien–Graz und Wien–Villach, woraus sich ein Stundentakt zwischen der Hauptstadt und Bruck an der Mur ergab. Durch die Inbetriebnahme der Rosenheimer Schleife im Jahr 1982 konnte auch zwischen Salzburg und Innsbruck ein Zwei-Stunden-Takt eingefĂŒhrt werden, gleichzeitig verdichteten die ÖBB den Fahrplan zwischen Wien und Salzburg ebenfalls zu einem Stundentakt.cite-ref-23[23] Das neue Angebot des Jahres 1982, in das auch internationale ZĂŒge integriert waren, wurde als Austro-Takt bezeichnet.cite-ref-schlager-24-0[24]

Ein weiterer Schritt war die EinfĂŒhrung des Taktverkehrs zwischen Bregenz und Feldkirch im Jahr 1986,cite-ref-25[25] bevor schließlich ab 1991 mit dem sogenannten Neuen Austrotakt (NAT) ein landesweiter integraler Taktfahrplan im Fern- und Nahverkehr galt.cite-ref-26[26] UnabhĂ€ngig davon fuhren auch einige Privatbahnen schon zuvor im Takt, darunter die Salzburger Lokalbahn ab 1981,cite-ref-schlager-24-1[24] die Stubaitalbahn ab 1983 und die Wiener Lokalbahn ab 1984.cite-ref-27[27]

Niederlande

Auf einer Eisenbahnhauptstrecke wurde erstmals in den Niederlanden 1908 ein Taktverkehr eingefĂŒhrt. Um gegenĂŒber der Konkurrenzlinie Den Haag–Delft–Rotterdam wettbewerbsfĂ€hig zu sein, wurde auf der heute durch Randstad Rail betriebenen Hofpleinlijn Scheveningen – Den Haag – Rotterdam-Hofplein ein Taktverkehr eingefĂŒhrt.cite-ref-28[28]

Außerhalb von Ballungszentren kam ein Taktfahrplan, wenn auch damals noch nicht so bezeichnet, erstmals netzweit bei der NiederlĂ€ndischen Eisenbahn zum Einsatz. Sie hatte ihr Netz in den 1920er und 1930er Jahren sukzessive umgestellt. Durch Streckenstilllegungen und Umstellung auf Busverkehr wurde dabei das Netz verkleinert. Über den Abschluss der Umstellung auf einen 30- bis 120-Minuten-Takt gibt es unterschiedliche Angaben, die die Jahre 1931, 1936cite-ref-29[29] und 1939cite-ref-itf-rff-2012-30-0[30] nennen. BegĂŒnstigt wurde dies durch den starken Verkehr zwischen den StĂ€dten der Randstad, so dass hier etwa die Schweizer Fahrplankommission 1953 von einem straßenbahnĂ€hnlichen Verkehr sprach.cite-ref-31[31]

Die niederlĂ€ndische Eisenbahn fĂŒhrte 1970/71 unter dem Namen „Spoorslag ’70“ einen Knotenpunktfahrplan ein.

Finnland

Zum 2. Juni 2002 wurde im finnischen Eisenbahn-Fernverkehr ein Taktfahrplan eingefĂŒhrt.cite-ref-eri-2002-348-32-0[32]

Ziele

Ziel eines Taktverkehrs ist es, die AttraktivitĂ€t und Nutzungsmöglichkeiten eines Verkehrsmittels zu erhöhen beziehungsweise die gegebene Infrastruktur – beispielsweise Ausweichen auf eingleisigen Strecken – optimal auszunutzen. Der Taktfahrplan bietet dem Fahrgast den Vorteil einer besseren Merkbarkeit der Abfahrtszeiten, da diese sich meist jede Stunde zu den gleichen Minuten wiederholen. Ein gleichmĂ€ĂŸiger Takt kann auch zu einem verbesserten Angebot in nachfrageschwachen Zeiten fĂŒhren. FĂŒr Verkehrsunternehmen ist ein regelmĂ€ĂŸig wiederholter Betriebsablauf interessant, auf den sich Fahrzeuge und Infrastruktur genau zuschneiden lassen.

Das Gegenteil eines auf feste Takte aufbauenden Fahrplanes sind Verkehrsangebote, die in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden durchgefĂŒhrt werden. Bedarfsorientierte FahrplĂ€ne gibt es heute in Form von Anruflinien auch als Taktverkehr, wobei der Takt ein Angebot auf meist telefonische Bestellung ist und ein tatsĂ€chlicher Taktbetrieb nicht stattfindet.

Definition

Breusing definierte einen starren Fahrplan in der EnzyklopÀdie des Eisenbahnwesens des Jahres 1912 wie folgt:cite-ref-r-ll-33-0[33]

In Deutschland begann die Debatte um einen starren Fahrplan bereits 1914 und im Ersten Weltkrieg: „Seit der Mobilmachung verkehrten alle PersonenzĂŒge nach einem starren Fahrplan.“cite-ref-34[34]

Der Schweizer Roland Haudenschild hat in seiner Dissertation von 1980cite-ref-35[35] eine historische Einordnung bzw. die Entstehung des Begriffes, ausgehend von dieser ersten amtlichen ErwĂ€hnung eines starren Fahrplans, als VorgĂ€nger eines heute so bezeichneten Taktfahrplanes, zumindest fĂŒr den deutschsprachigen Raum angestrebt.

In Deutschland definiert das Eisenbahnregulierungsgesetz Taktverkehr wie folgt:

„Vertakteter Verkehr ist ein Eisenbahnverkehrsdienst, der grundsĂ€tzlich auf demselben Weg am selben Tag mindestens viermal und höchstens in zweistĂŒndigem Abstand grundsĂ€tzlich zur gleichen Minute durchgefĂŒhrt wird.“ (ERegG, § 1, Abs. 23)

Diese Definition erwĂ€hnt Taktfahrplan nicht und ist auch nicht geeignet, die historische Entwicklung ĂŒbergeordnet zusammenzufassen. Sie geht auch nicht auf die Lage in der EU ein, die Taktfahrplan als Definition ihren Mitgliedsstaaten ĂŒberlĂ€sst, was eine zusammenfassende Darstellung erschwert.

Liniengebundener Taktfahrplan

FĂŒr jede einzelne Verkehrslinie kann ein eigenstĂ€ndiger Fahrplan erstellt werden, ohne AnschlĂŒsse zu anderen Linien zu beachten. Es entsteht dann ein liniengebundener Fahrplan oder, wenn eine Vertaktung angewendet wird, ein liniengebundener Taktfahrplan.

Bei Verkehrsmitteln mit fester Umlaufzeit sind solche FahrplĂ€ne schon aus KostengrĂŒnden sinnvoll, auch wenn sie nicht in ein vertaktetes Gesamtnetz eingebunden sind. Denn dadurch wird ein gleichmĂ€ĂŸiger und damit effektiver Personal- und Fahrzeugeinsatz möglich.

Sinnvoll sind liniengebundene FahrplĂ€ne besonders fĂŒr Angebote mit hoher Taktfolge. Wenn Fahrzeuge mit gleichem Ziel dicht hintereinander folgen, sind Umsteigezeiten stets sehr kurz und auf AnschlĂŒsse braucht bei der Fahrplangestaltung nicht geachtet oder gar im Betrieb gewartet zu werden. Bereits bei 20-Minuten-Takten ist jedoch eine Abstimmung der FahrplĂ€ne von sich kreuzenden Linien angebracht. Dazu kann zunĂ€chst die Taktlage verschiedener Linien gegeneinander verschoben und damit die Umsteigezeit minimiert werden.

Bei Linien mit geringer Taktfrequenz besteht die Möglichkeit, andere Linien zeitlich abgestimmt heranzufĂŒhren. Wenn hierbei lediglich eine Fahrplanausrichtung auf einen anderen VerkehrstrĂ€ger stattfindet, entsteht noch kein ĂŒbergreifendes Verkehrssystem. Werden die Taktzeiten verschiedener VerkehrstrĂ€ger und -linien jedoch aufeinander so abgestimmt, dass sich dabei ein umfassendes Netz bzw. System bildet, entstehen Rendezvous-Konzepte bzw. integrale TaktfahrplĂ€ne.

Rendezvous-Konzepte

Die BĂŒndelung von Linien an einem zentralen Umsteigepunkt (oft ein Busbahnhof) und die Einrichtung eines Rendezvous-Konzeptes, bei dem alle Linien gleichzeitig eintreffen und kurz darauf gemeinsam wieder abfahren, ist eine moderne Möglichkeit der LinienverknĂŒpfung. Dabei wird auf verspĂ€tete Fahrzeuge gewartet. Ziel ist es, die Anschlusszeiten in alle Richtungen auf wenige Minuten zu verkĂŒrzen, wobei als Grundlage hĂ€ufig fĂŒnf Minuten Übergangszeit angenommen werden. Im Betrieb verlĂ€ngert sich dieser Zeitraum jedoch oft durch frĂŒher eintreffende bzw. verspĂ€tete Fahrzeuge, hohes Fahrgastaufkommen (z. B. im SchĂŒlerverkehr) oder RĂŒcksichtnahme auf mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte FahrgĂ€ste. Durch die Wartezeiten an solchen Umsteigeknoten kann die AttraktivitĂ€t von durchgehenden Linien verloren gehen.

Beispiele fĂŒr solche Systeme finden sich besonders bei Nachtnetzen (auch mit Straßen- oder Stadtbahnen, z. B. „Nachtsternverkehr“ in Hannover) und modernen Stadtbusnetzen in mittelgroßen StĂ€dten. Die Vernetzung mit kurzen AnschlĂŒssen ist auf innerstĂ€dtische VerkehrstrĂ€ger beschrĂ€nkt, Regionalbusse oder der Zugverkehr am Bahnhof werden nicht einbezogen oder beschrĂ€nken sich auf einzelne in innerstĂ€dtische Verkehre integrierte Angebote (beispielsweise in ein Stadtbusnetz integrierte Regionalbusse). Solche Konzepte benötigen speziell ausgebaute zentrale Umsteigehaltestellen, weil diese zur gleichen Zeit von vielen Fahrzeugen bedient werden. Besonders in engen Innenstadtbereichen kann der hohe Platzbedarf ein Grund sein, andere Konzepte anzustreben.

Integraler Taktfahrplan (ITF)

Als Integraler Taktfahrplan (ITF) wird ein Konzept verstanden, bei dem die TaktfahrplĂ€ne einzelner Linien ĂŒber eine systematische Koordination in Knotenbahnhöfen zu einem netzweiten, vertakteten Angebotssystem verknĂŒpft werden.cite-ref-bb-69-357-36-0[36] Durch geeignete Betriebskonzepte wird bei regelmĂ€ĂŸigen Angeboten des öffentlichen Verkehrs ein höherer Grad an NetzverknĂŒpfung erreicht.cite-ref-wgsv-2001-12-4[12]

Der ITF gilt damit nicht nur auf einer einzelnen Linie (auf einer gewissen Strecke = „Kante“) oder einem Umsteigepunkt (= „Knoten“), sondern fĂŒr die gesamte FlĂ€che (bzw. Netz = durch Kanten verknĂŒpfte Knoten). Das Hauptmerkmal eines Integralen Taktfahrplans ist, dass es mehr als einen zentralen Umsteigepunkt gibt, er ist die Ausdehnung des Rendezvous-Konzepts auf möglichst viele Umsteigepunkte.

Bei einem idealen ITF werden die TaktfahrplĂ€ne von Linien zu einem abgestimmten, vertakteten Gesamtfahrplan koordiniert, wobei eine VerknĂŒpfung von Linien in Richtung und Gegenrichtung in ausgewĂ€hlten Knoten (ITF-Knoten) mit dem Ziel erfolgt, die Zahl optimaler AnschlĂŒsse zu maximieren. Kann dieses Ideal unter Praxisbedingungen nur mit EinschrĂ€nkungen erfolgen, spricht man von einem Integralen Taktfahrplan im erweiterten Sinne. Dabei werden beispielsweise VerknĂŒpfungen von einigen Linien zu anderen Linien an bestimmten VerknĂŒpfungspunkten unterlassen, ein abweichender Takt fĂŒr einzelne Linien angeboten oder das Linienangebot zu bestimmten Betriebszeiten ausgedĂŒnnt oder verstĂ€rkt. Von einem Integralen Taktfahrplan im erweiterten Sinne wird gesprochen, wenn die EinfĂŒhrung eines ITF mit Maßnahmen zur Steigerung der AttraktivitĂ€t im Personennahverkehr einhergeht, beispielsweise Angebotsverbesserungen, modernen Fahrzeugen und Zugangsstellen.cite-ref-wgsv-2001-12-5[12]

Bedingungen

Um einen Integralen Taktfahrplan realisieren zu können, mĂŒssen die Reisezeiten zwischen zwei Knoten, die Kantenzeiten, dem ganzzahligen Vielfachen der halben Taktzeit entsprechen.cite-ref-pachl-37-0[37] Dies bedeutet, dass im Stundentakt zwischen zwei Knoten die Reisezeit (inkl. jeweils der halben Haltezeit an den beiden Knoten) exakt 30, 60, 90 
 Minuten betragen muss. Die reine Fahrzeit zwischen zwei ITF-Knoten muss dazu knapp unter diesem Wert liegen, da auch die Haltezeit in den Knoten sowie die notwendigen Übergangszeiten zum Umsteigen eingeplant werden mĂŒssen. So besteht bei einem Stundentakt und einer reinen Reisezeit von 58 Minuten eine Umsteigezeit von 2 Minuten zu einer Linie, deren Fahrzeit ebenfalls 58 Minuten zum nĂ€chsten Knoten betrĂ€gt. Im Falle einer reinen Reisezeit von 40 Minuten besteht entsprechend eine Umsteigezeit von 20 Minuten.

Die Reisezeit innerhalb einer Masche eines ITF-Netzes muss dem ganzzahligen Vielfachen der Taktzeit entsprechen. Ein Netz mit drei Knoten kann somit keinen ITF bilden, wenn jede der drei Reisezeiten zwischen den Knoten die halbe Taktzeit betrÀgt. In diesem Fall erreicht man den Ausgangspunkt in 1,5 Taktperioden. Betragen dagegen zwei der Reisezeiten die halbe und eine Reisezeit die ganze Taktzeit, so erreicht man den Ausgangspunkt in 2,0 Taktperioden und somit erneut den ITF-Knoten.cite-ref-pachl-37-1[37]

Entstehung Integraler TaktfahrplÀne

Verkehrstechnische und politisch-wirtschaftliche Vorgaben

Folgende Fragen stehen am Beginn einer Fahrplangestaltung:

‱ Welche Linie hat den grĂ¶ĂŸten Vorrang?
‱ Welche Linie soll die kĂŒrzeste Aufenthaltszeit im Bahnhof haben?
‱ Welche Bedienungen mĂŒssen gewĂ€hrleistet werden (politische Restriktionen)?
‱ Von welchem Startpunkt (Bahnhof) soll der Fahrplan gerechnet werden?

So braucht man beispielsweise vom Zug aus ZĂŒrich in Bern keinen Anschluss an den Gegenzug nach ZĂŒrich zu haben. Ein Zug von Emden braucht in Bremen keinen Anschluss an einen Regionalzug nach OsnabrĂŒck zu haben, wenn vorher in Oldenburg ein direkter Anschluss dorthin besteht. Hierbei werden allerdings AnschlĂŒsse zu Zwischenhalten z. B. Diepholz vernachlĂ€ssigt (im Fahrplan 2007/08 hat daher die Umsteigeverbindung Emden–Diepholz eine Wartezeit von 61 Minuten in Bremen – der vorherige Anschluss wird verpasst).

Die Aufenthaltszeit der FernzĂŒge sollte möglichst kurz sein, allerdings mĂŒssen die Umsteigezeiten zwischen diesen ZĂŒgen, wenn der Übergang gewollt ist, ausreichend sein. Auf die FahrplanstabilitĂ€t wirkt sich auch aus, welche VerspĂ€tungen abgewartet werden sollen (Wartezeitvorschrift). Eingleisige Abschnitte und die dadurch vorgegebenen Zugkreuzungsmöglichkeiten beeinflussen den Fahrplan in besonderem Maße. Deshalb sind durchgehend zweigleisige Strecken viel einfacher zu vertakten.

Taktknoten

Gesichtspunkte der VerfĂŒgbarkeit sind neben einer leichten Merkbarkeit der Fahrzeiten optimierte AnschlĂŒsse. Kennzeichen eines Integralen Taktfahrplans ist, dass an den Netzknoten (Taktknoten) gĂŒnstige UmsteigeanschlĂŒsse zwischen möglichst vielen kreuzenden Linien bestehen.

Ein Taktknoten ist ein Bahnhof, in dem zeitnah eine Umsteigemöglichkeit auf andere TaktzĂŒge besteht. Man unterscheidet zwischen Vollknoten, in denen ZĂŒge paarweise untereinander korrespondierenden Anschluss gewĂ€hren, und Halbknoten, wo dies nur mit EinschrĂ€nkung gilt.

‱ vollknoten Vollknoten sind meist GroßstĂ€dte mit einem zentralen Bahnhof (Hauptbahnhof), wo sich mehrere Linien gleichzeitig treffen. Die Anzahl der ZĂŒge, die in einen Vollknoten integriert werden können, wird allem dort durch die Mindestzugfolgezeit auf den Zulaufstrecken und durch die maximale Anzahl belegbarer Gleise begrenzt. Verkehrsminuten und Reihenfolgen bestimmen sich dann aus den Fahrzeiten zu benachbarten wichtigen Knoten. Auch die Umsteigezeiten sind je Knoten gesondert zu beachten und möglichst zu verkĂŒrzen (Umsteigen am selben Bahnsteig). Vollknotenbahnhöfe in der Schweiz sind unter anderem Bern, ZĂŒrich HB und Basel SBB, in Deutschland MĂŒnster und frĂŒher auch MĂŒnchen.
‱ halbknoten Halbknoten sind Bahnhöfe, in denen nur ein Teil der ZĂŒge untereinander Anschluss haben. Meist folgt dies aus fahrzeitlichen GrĂŒnden, bezogen auf unterschiedlich weit entfernte Voll- und andere Halbknoten.

Die Kreuzungspunkte einer eingleisigen Bahnstrecke sind durch die vorhandenen Ausweichstellen vorgegeben. Bei mehrgleisigen Strecken können Kreuzungs- bzw. Knotenpunkte willkĂŒrlich eingerichtet werden. Durch die Festlegung eines Knotens sind jedoch alle Kreuzungen (Symmetriepunkte) eines Zuglaufweges festgelegt. Änderungen dieser Punkte können nur durch eine Änderung der Fahrzeit erfolgen, zum Beispiel durch das Auslassen bzw. zusĂ€tzliche Bedienen von Stationen oder durch zusĂ€tzliche Wartezeiten.

Nur eine einheitliche Symmetrieminute aller sich an einem Umsteigeknoten kreuzenden Linien ergeben gleiche Umsteigezeiten in beiden Fahrtrichtungen. Dies ist eine Voraussetzung fĂŒr eine hohe Akzeptanz von Umsteigeverbindungen bei den FahrgĂ€sten. Kurze Umsteigezeiten sind jedoch nur möglich, wenn ein Umsteigepunkt gleichzeitig Symmetrieknoten einer Strecke ist.

Zur Verbesserung der Anschlusszeiten können die Kreuzungspunkte der jeweiligen Linien verschoben werden, bei eingleisigen Strecken ist das jedoch oft nicht möglich. Eine andere Möglichkeit ist die BerĂŒcksichtigung zeitlich unterschiedlicher Fahrgastströme. Durch Taktverschiebungen an Morgen- bzw. Nachmittagsstoßzeiten können genau bestimmte AnschlĂŒsse auf Kosten anderer Relationen verbessert werden. Diese Vorgehensweise erfordert eine Betrachtung des jeweiligen Verkehrsnetzes als System mit mehreren AbhĂ€ngigkeiten.

| Fahrplanauszug 2012/13 | Fahrplanauszug 2012/13 | Fahrplanauszug 2012/13 | Fahrplanauszug 2012/13 | Fahrplanauszug 2012/13 |
|---|---|---|---|---|
| 8:06 | ab | Bremen Hbf | an | 9:50 |
| 9:20 | an | OsnabrĂŒck Hbf | ab | 8:38 |
| 9:19 | ab | OsnabrĂŒck Hbf | an | 8:39 |
| 9:55 | an | MĂŒnster (Westf) Hbf | ab | 8:03 |
| Die ZĂŒge verkehren im Stundentakt | Die ZĂŒge verkehren im Stundentakt | Die ZĂŒge verkehren im Stundentakt | Die ZĂŒge verkehren im Stundentakt | Die ZĂŒge verkehren im Stundentakt |

In der Praxis werden in Deutschland Knotenpunkte von Nahverkehrslinien regional festgelegt. Als Beispiel hat eine Bahnlinie von OsnabrĂŒck nach Bremen ihren Hauptknoten im Bremer Hauptbahnhof, eine Linie OsnabrĂŒck–DĂŒsseldorf in MĂŒnster Hbf (als Teil des NRW-Taktes). Da die Fahrzeiten (36 bzw. 73 Minuten) dieser beiden Linien einen gleichzeitigen Symmetrieknoten in OsnabrĂŒck nicht zulassen, trifft dort der RE aus Bremen eine Minute nach der planmĂ€ĂŸigen Abfahrt der Regionalbahn nach MĂŒnster ein. Dies war ein Extrembeispiel fĂŒr einen Anschlussverlust aufgrund ungĂŒnstiger Fahrtzeiten (nicht auf den ITF abgestimmter Infrastruktur), aber auch fĂŒr mangelnde Abstimmung zwischen FahrplĂ€nen unterschiedlicher BundeslĂ€nder. Die Frequenz zwischen OsnabrĂŒck und MĂŒnster wurde ab Dezember 2019 durch VerlĂ€ngung des Rhein-Haard-Expresses und mit Linie RB 66 der Eurobahn auf einen Halbstundentakt verdichtet, so dass das dargestellte Anschlussproblem nicht mehr gegeben ist.

Im Stadtverkehr spricht man statt von einem Taktknoten auch von einem Rendezvous-Anschluss, Rundumanschluss, Sammelanschluss oder Zentralanschluss.cite-ref-38[38]cite-ref-39[39]cite-ref-40[40] Lokale Bezeichnungen sind beispielsweise Postplatztreffen bei der Straßenbahn Dresden, Zentrale Bus-Umsteigestelle (ZUM) beim Stadtbus Kempten oder Zentraler Umsteige-Punkt (ZUP) beim Stadtbus Lindau.

Symmetrieminute

In einem Integralen Taktfahrplan gilt global fĂŒr alle beteiligten Linien eine feste Symmetriezeit. Der Einfachheit halber geht man in der Theorie meist von der Minute :00 (Nullsymmetrie) aus. In der Praxis liegt die Symmetrieminute jedoch im deutschsprachigen Raum und teilweise auch in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern aufgrund einer internationalen Vereinbarung 1,5 Minuten vor :00. Damit wird in den Knoten eine Abfahrt zur halben oder vollen Stunde angestrebt. In Deutschland lag sie bei EinfĂŒhrung des Stundentaktes im Intercity-Netz 1979 zunĂ€chst bei der Minute :57, wurde spĂ€ter jedoch auf der Mehrzahl der Strecken auf 58,5 geĂ€ndert. Die Schweiz ĂŒbernahm 1982 zunĂ€chst die deutsche „Symmetrieachse“, Ă€nderte sie spĂ€ter jedoch ebenfalls. Von Anfang an bestand bei grenzĂŒberschreitenden ZuglĂ€ufen das Problem, dass die Symmetriezeiten benachbarter LĂ€nder nicht immer ĂŒbereinstimmten. Insbesondere hatten die Niederlande, die als erste einen umfassenden Taktfahrplan eingefĂŒhrt hatten, bis Dezember 2006 eine Symmetrieminute zu den Viertelstunden.

Mathematische Grundlagen

Einem fahrenden Zug einer Linie begegnen die anderen ZĂŒge derselben Linie in doppelter Taktfrequenz, z. B. kreuzen sich bei einem je Richtung stĂŒndlichen Taktverkehr die ZĂŒge entlang der Strecke alle halbe Stunde. Entsprechende Möglichkeiten bestehen zur Einrichtung eines Integralen Umsteigeknotens. In der RealitĂ€t ist dies aber nicht immer umzusetzen, da meistens zu viele zu verknĂŒpfende Linien beteiligt sind. In der Praxis werden zuerst die Vollknoten berechnet, wobei zuerst die FernzĂŒge einen akzeptablen Takt bekommen und dann die NahverkehrszĂŒge darauf ausgerichtet werden. (Auch wenn eine der Linien nur zweistĂŒndlich fĂ€hrt, bestehen hier in der Regel optimale AnschlĂŒsse.) Die Halbknoten liegen dann an kleineren, benachbarten Umsteigebahnhöfen.

Integration des öffentlichen Straßenverkehrs

Die Umsetzung aufeinander bezogener FahrplĂ€ne bei Straßenbahn- und Buslinien gestaltet sich sehr viel schwieriger, weil die IntensitĂ€t des die Straße mitnutzenden Individualverkehrs schwankt. Dennoch gibt es erfolgreiche Beispiele fĂŒr einen Integralen Taktfahrplan im Regionalbusverkehr, z. B. auf RĂŒgen, und im stĂ€dtischen Bereich. Ein merkbarer Fahrplan und AnschlĂŒsse sind wĂŒnschenswert, was nicht immer miteinander in Einklang zu bringen ist. Zur Abhilfe gerade in grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten dienen Beschleunigungsmaßnahmen wie Busspuren oder unabhĂ€ngige Gleiskörper bei der Straßenbahn (auch durch Busse nutzbar).

Einfacher zu realisieren ist die HeranfĂŒhrung von BahnfahrgĂ€sten aus dem innerstĂ€dtischen Nahverkehr an einen zentralen Bahnhof (bzw. die Abholung vom Bahnhof). Hierbei sind nur die Anschlusszeiten vom Zug zum Straßenpersonenverkehr zu optimieren; es entsteht also kein Integraler Fahrplan, der alle Verkehrsbeziehungen berĂŒcksichtigt. Gute Voraussetzungen bieten hierfĂŒr zentrale Haltestellen (z. B. Busbahnhöfe) in unmittelbarer BahnhofsnĂ€he, eine schwierigere Situation besteht in StĂ€dten mit einem wichtigen Umsteigeknoten im Innenstadtbereich, wo der Bahnhof zum zweiten Umsteigeknoten wird. Die FahrplĂ€ne mĂŒssen sich auch in diesem Fall an Ankunfts-, Abfahrts- und Taktzeiten des Zugverkehrs orientieren.

In der Schweiz verkehren nach dem Prinzip des allgemeinen Taktverkehrs auch Postautos sowie der Ortsverkehr (Tram, Bus) flÀchendeckend im Takt.

Umsetzungen

Siehe auch

:

„Taktfahrplan“ im Artikel Geschichte der Schweizer Eisenbahn

Die SBB (Schweizerische Bundesbahnen) haben durch Baumaßnahmen die Fahrzeiten zwischen den Knotenpunkten so angepasst, dass sie beim Halbstundentakt jeweils eine halbe bzw. eine volle Taktzeit betragen. Dadurch kreuzen sich die Bahnen zu jeder halben bzw. vollen Stunde in einem Knoten und es ergeben sich optimale Umsteigeverbindungen. Auf den meisten Linien herrscht nun ein 30-Minuten-Takt. Allerdings besteht auf eingleisigen Strecken zum Teil nur im Publikumsfahrplan ein reiner 60-60-Minuten-Takt. In den betrieblichen FahrplĂ€nen dagegen wird mitunter ein 58-62-Minuten-Takt realisiert, wenn manche Kreuzungen nur asymmetrisch ausgefĂŒhrt werden können.

In Deutschland ist die EinfĂŒhrung eines deutschlandweit gĂŒltigen integralen Taktfahrplan unter dem Namen Deutschlandtakt geplant.

Verzicht auf einen Taktfahrplan

Die französische Staatsbahn (SNCF) richtet ihren Fahrplan im Fernverkehr vor allem auf die Lastrichtungen und Fahrgastströme aus. So verkehren freitagabends viele ZĂŒge von Paris in die Regionen, sonntagabends umgekehrt viele ZĂŒge nach Paris. DafĂŒr werden manche zweigleisigen Strecken im Gleiswechselbetrieb betrieben, so dass auf beiden Gleisen die ZĂŒge zeitgleich in die gleiche Richtung verkehren, um die Zugdichte in diese Richtung zu erhöhen. Diese Kanalisierung (französisch canaliser, ‚in eine bestimmte Richtung lenken‘) hat den Nachteil, dass keine ZĂŒge in Gegenrichtung möglich sind; im Vorortsbereich von Paris kann dieser betriebliche Nachteil aufgrund dritter und vierter Gleise jedoch leichter behoben werden. Doch Frankreich ist schrittweise auf dem Weg zu einem netzweiten Taktfahrplan: Allein zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 wurde der Anteil der Takttrassen im nationalen Eisenbahnnetz der damaligen Betriebsgesellschaft RFF von insgesamt 8 % auf 16 % verdoppelt.cite-ref-itf-rff-2012-30-1[30] Hierbei ist allerdings anzumerken, dass auch diese ZĂŒge in der Regel mit unterschiedlichen Enddestinationen verkehren, denn die SNCF versucht, im Fernverkehr tĂ€glich eine umsteigefreie Verbindung zwischen den verschiedenen regionalen Zentren anzubieten.

Bei der italienischen Staatsbahn (FS) gibt es auf den meisten Strecken tagsĂŒber ein sogenanntes Wartungsfenster; wĂ€hrend dieser Zeit dĂŒrfen keine ZĂŒge ĂŒber einen bestimmten Streckenabschnitt fahren, um Zeit fĂŒr Wartungsarbeiten zu gewĂ€hren. Gleichwohl sind einige Fern- und Regionalstrecken schon vertaktet, insbesondere im S-Bahnverkehr großer StĂ€dte und generell in Norditalien.

Kritik

‱ Betriebsstörungen können sich in einem stark vertakteten Fahrplan aufschaukeln. Dem kann durch geeignete Vorsorge wie der Bereitstellung von DispozĂŒgen entgegengewirkt werden.cite-ref-41[41]
‱ Nach dem landesweiten Stromausfall vom 22. Juni 2005 wurde in der Schweiz die Frage aufgeworfen, ob der mit landesĂŒblicher PrĂ€zision gefahrene Taktfahrplan nicht zu periodischen Modulationen von Stromverbrauch und -erzeugung (durch bremsende oder talwĂ€rts fahrende ZĂŒge) fĂŒhrt, die sich nicht mehr stochastisch ausgleichen und daher erhöhte Leistungsreserven erfordern. Diese Theorie wurde jedoch spĂ€ter widerlegt.cite-ref-42[42]

Literatur

‱ Gisela HĂŒrlimann: Die Eisenbahn der Zukunft. Automatisierung, Schnellverkehr, Modernisierung bei den SBB 1955 bis 2005. Chronos, ZĂŒrich 2007, ISBN 978-3-0340-0856-3.

Weblinks

‱ Beispiel Netzgrafik – Fahrplan Schweiz fĂŒr 2015
‱ Beispiel Integraler Taktfahrplan S-Bahn ZĂŒrich mit Netzgrafik fĂŒr 2015. (PDF)
‱ «Wir fahren mit Takt – Ihre SBB» In: Zeitblende. von Schweizer Radio und Fernsehen vom 26. Mai 2012 (Audio)

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ öpnv-bremerhaven.de
cite-note-22. ↑ MVV-Verbund-Fahrplan, Winter 1977/78, S. 165, Linie 29, Tabelle Montag–Donnerstag
cite-note-33. ↑ Boßhardt: Fahrplan. In: Victor von Röll (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Eisenbahnwesens. 2. Auflage. Band 5: Fahrpersonal–GĂŒtertarife. Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1914, S. 1–19.
cite-note-44. ↑ GĂŒnter König: Der Elektrische Betrieb auf der Albtalbahn in Schmalspur. In: Die Museums-Eisenbahn. Ausgabe 3, 1992, S. 24.
cite-note-55. ↑ RSV – Ruhrschnellverkehr auf moba-hgh.de, abgerufen am 14. November 2018
cite-note-66. ↑ 25 Jahre Stuttgarter S-Bahn auf signalarchiv.de, abgerufen am 14. November 2018
cite-note-77. ↑ Geschichte der S-Bahn-Rostock auf bvm-berlin.de, abgerufen am 13. Februar 2021
cite-note-itf-bav-2009-88. ↑ Olivia Ebinger: Bahn 1940 – Visionen in England. In: Swisst raffic. BAV, Bern, MĂ€rz 2009, S. 20f.
cite-note-itf-pownall-1940-99. ↑ John Frederick Pownall: New Railway Network Principles – a project for applying them to British Railways. 1940.
cite-note-1010. ↑ vertakten. (Memento vom 6. MĂ€rz 2008 im Internet Archive) ned.gschieder.ch
cite-note-1111. ↑ Der RBS in den letzten 100 Jahren auf rbs.ch, abgerufen am 12. November 2018
cite-note-wgsv-2001-1212. ↑ Forschungsgesellschaft fĂŒr Straßen- und Verkehrswesen (Hrsg.): Merkblatt zum Integralen Taktfahrplan. Definition, Randbedingungen, Einsatzmöglichkeiten und Einsatzgrenzen im Fern-, Regional- und Nahverkehr. Köln 2001, S. 5, 6, 21.
cite-note-roesener-1949-1313. ↑ August Roesener: Der rhythmische Fahrplan: Ein Beitrag zum Wiederaufbau des deutschen Eisenbahnverkehrs. Hrsg.: Gerhard Schulz-Wittuhn (= Der Verkehr. Band 6). Erich Schmidt Verlag, Bielefeld Februar 1949.
cite-note-1414. ↑ Roland Haudenschild: TaktfahrplĂ€ne und das Taktfahrplanprojekt der Schweizerischen Bundesbahnen. Dissertation, UniversitĂ€t Bern. Paul Haupt, Bern 1981, ISBN 3-258-03050-2, S. 29.
cite-note-1515. ↑ Wendezugbetrieb mit V 36 der BD Wuppertal auf db58.de, abgerufen am 7. MĂ€rz 2022
cite-note-1616. ↑ Helmut Lind, Walter Söhnlein: Bahngeschichte: Der Kampf um FahrgĂ€ste in Bad Homburg – Zum Ausblick noch ein RĂŒckblick: Wie war es vor 60 Jahren? In: Pro Bahn Hessen, Fahrgastzeitung, Sonderbeilage zu Nr. 100, November – Dezember 2013, S. 49–50, online auf pro-bahn-hessen.de, abgerufen am 25. MĂ€rz 2023
cite-note-1717. ↑ 50 Jahre IC: Meilensteine des Intercity auf der-kleine-ice.de, abgerufen am 25. MĂ€rz 2023
cite-note-1818. ↑ Bernd F. Hoffmann: City-Bahn: Bier, Bockwurst und der Berg. In: Kölnische Rundschau. 25. August 2010. (rundschau-online.de, abgerufen am 13. November 2018)
cite-note-bb-69-363-1919. ↑ Andreas Schulz: Der „AllgĂ€u-Schwaben-Takt“. In: Die Deutsche Bahn. Band 69, Nr. 5, 1993, S. 363–370.
cite-note-2020. ↑ Georg Speck: Der Integrale Taktfahrplan – Ist mehr Nahverkehr fĂŒr weniger Geld möglich? In: Der Nahverkehr. Heft 9. DĂŒsseldorf 1996, S. 33–38.
cite-note-db-1995-2121. ↑ Deutsche Bahn AG, GeschĂ€ftsbereich Nahverkehr (Hrsg.): Das Handbuch fĂŒr den neuen Nahverkehr. S. 20 f. (vermutlich 1995).
cite-note-2222. ↑ Heimatmuseum – Pendler. Auf: purkersdorf-online.at. Abgerufen am 17. Juni 2020.
cite-note-2323. ↑ Alfred Horn: ÖBB Handbuch 1983. Bohmann, Wien 1983, S. 46.
cite-note-schlager-2424. ↑ Christa Schlager: Österreich ist auf dem Weg zum Integralen Taktfahrplan auf regionale-schienen.at, abgerufen am 18. Juni 2020
cite-note-2525. ↑ Bau der Eisenbahn auf vision-rheintal.at, abgerufen am 17. Juni 2020
cite-note-2626. ↑ Zu Struktur und Geschichte des Projektes „NAT‘91“ (1990–2010) auf oberegger2.org, abgerufen am 15. November 2018
cite-note-2727. ↑ Historische Meilensteine auf wlb.at, abgerufen am 18. Juni 2020
cite-note-2828. ↑ SBB-Fahrplankommission, Bericht ĂŒber Fahrplan und Betrieb der NS (Studienreise 1953), S. 35. Zitiert nach Gisela HĂŒrlimann: Die Eisenbahn der Zukunft. Nr. 3, 2006, S. 178.
cite-note-2929. ↑ Gisela HĂŒrlimann: Die Eisenbahn der Zukunft. Nr. 3, 2006, S. 179.
cite-note-itf-rff-2012-3030. ↑ MinistĂšre de l’écologie, du dĂ©veloppement durable, des transports et du logement: Assises du ferroviaire (dossier de presse), Paris 15.09.2011, S. 13f. (franz.). (PDF) Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 3. Februar 2015; abgerufen am 18. November 2015.
cite-note-3131. ↑ Gisela HĂŒrlimann: Die Eisenbahn der Zukunft. Nr. 3, 2006, S. 179f.
cite-note-eri-2002-348-3232. ↑ Gabriele Pellandini: Taktfahrplan in Finnland. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 7, 2002, S. 348 f.
cite-note-r-ll-3333. ↑ Breusing: Betriebssystem. In: Victor von Röll (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Eisenbahnwesens. 2. Auflage. Band 2: Bauentwurf–Brasilien. Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1912, S. 341–345.
cite-note-3434. ↑ Gustav Schimpff: Wie soll der Personenzugverkehr nach dem Kriege gestaltet werden? In: ZDEV. Jg. 92, vom 25. November 1914, S. 1265–1269 und ZDEV. Jg. 93, vom 28. November 1914, S. 1277–1280. Zitiert nach: Roland Haudenschild: TaktfahrplĂ€ne und das Taktfahrplanprojekt der Schweizerischen Bundesbahnen. Dissertation. Paul Haupt, Bern 1981, ISBN 3-258-03050-2, S. 16.
cite-note-3535. ↑ Roland Haudenschild: TaktfahrplĂ€ne und das Taktfahrplanprojekt der Schweizerischen Bundesbahnen. Dissertation. Paul Haupt, Bern 1981, ISBN 3-258-03050-2.
cite-note-bb-69-357-3636. ↑ Rudolf Göbertshahn: Der Integrale Taktfahrplan. In: Die Deutsche Bahn. Band 69, Nr. 5, 1993, S. 357–362.
cite-note-pachl-3737. ↑ Jörn Pachl: Systemtechnik des Schienenverkehrs. 7. Auflage. Springer, Kapitel 7.2.
cite-note-3838. ↑ nahverkehr-jena.de
cite-note-3939. ↑ havag.com
cite-note-4040. ↑ die-stadtredaktion.de
cite-note-4141. ↑ Studie Bahn21. Verkehrsclub Deutschland, April 2004, S. 20–21 (nahverkehrsberatung.de [PDF; abgerufen am 9. November 2018]).
cite-note-4242. ↑ Strompanne der SBB vom 22. Juni 2005. In: Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 8. Januar 2012.